Neugier, Erfolgsdruck, Geilheit

Methodisches Arbeiten zum Thema „Pornografie“

Sexualpädagogik mit Jungen setzt sich nicht zum Ziel, den weitverbreiteten Konsum von Pornografie zu verhindern, sondern strebt einen reflektierten Umgang mit den in Pornografie gezeigten Bildern an. Eine Sexualpädagogik der Selbstbestimmung und der Vielfalt muss sich zur Aufgabe machen, Unterschiede gelebter Sexualität zu akzentuieren, um den Eindruck zu vermeiden, die in Pornos dargestellte Sexualität stelle die einzige Möglichkeit dar, wie Sexualität real gelebt werden kann. Sie muss authentisch, sachlich und ehrlich über Pornografie sprechen und gemeinsam mit den Jugendlichen eventuelle Vor- und Nachteile der in Pornographie dargestellten Sexualität thematisieren. Sie muss es aber der individuellen Selektion der Jugendlichen selbst überlassen, ob und wie sich ihre Sexualität an der in Pornos gesehenen orientiert. Die Sexualpädagogik verschließt dadurch nicht die Augen vor Pornografie, aber stellt sie nicht mit bewertenden Zuschreibungen dar, wie es z.B. viele Medien tun. Eine wichtige Grundvoraussetzung für das Thematisieren von Pornographie mit Jugendlichen ist eine vorhandene Bereitschaft hierfür – sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den sexualpädagogisch arbeitenden Pädagogen und Pädagoginnen. Bei letzteren ebenso die Bereitschaft zur Selbstreflektion. Dieser Ansatz sichert nicht nur das Recht der Jugendlichen auf eine eigene Sexualität, sondern auch die Intimsphäre der Jungen.